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Haltung, Farben, Fans & Future: (M)ein Tag auf dem ADC-Festival 2025

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Haltung, Farben, Fans & Future: (M)ein Tag auf dem ADC-Festival 2025 Cover

Zwischen Buzzwords und echten Botschaften: Was das ADC-Festival 2025 wirklich bewegt hat

ADC-Festival 2025. Mai, Sonne, Hamburg, kreative Köpfe und jede Menge Buzzwords. Ich war mittendrin – zwischen Haltung, Farbpsychologie, B2B-Fanboys und einem Rebranding-Marathon. Hier kommt mein persönlicher Recap von einem Tag voller Aha-Momente, Fragen, die kleben bleiben, und Antworten, die zum Nachdenken anregen.

In diesem Artikel liest du:


Haltung? Jetzt erst recht!

Los ging’s mit einer Diskussion: „Haltung? Jetzt erst recht!“ Mit auf dem Panel: Daniel Nagel (F/A/Q), Jakob Berndt (Tomorrow) und Kim Notz (KNSK). Die Message? Klare Kante zeigen, gerade in unsicheren Zeiten.

🎯 Key Takeaways:

  • Marken müssen heute mehr als nice aussehen. Sie brauchen Haltung – aber bitte echt, nicht nur in Hochglanz gegossen.
  • Marke mit Haltung ≠ Aktivismus. Es geht nicht darum, laut zu schreien, sondern ehrlich zu handeln – auch wenn der Gegenwind stürmisch wird.
  • Unternehmen sollten Optionen offenhalten, debattieren, zuhören und gesprächsoffen bleiben.
  • Und das Zitat des Tages? „Keine Haltung ist auch eine Haltung.“ Touché.

Auf der ADC-Bühne: Daniel Nagel, Jakob Berndt und Kim Notz .
Daniel Nagel, Jakob Berndt und Kim Notz (v. li. n. re.). Foto: Rheindigital

Wenn B2B auf Fanbase trifft

Nächster Stopp: „Können B2B-Marken echte Fans haben?“ – Spoiler: Ja, wenn sie es richtig anstellen! Auf der Bühne: Martin Drust (FC St. Pauli), Karsten Krämer (C3) und ein Hauch von SAP (Kolleg*innenvertretung).

💡 Fan-Fakten aus dem B2B-Kosmos:

  • Auch B2B kann Gänsehaut – wenn man Emotionen weckt und Geschichten erzählt.
  • Teilhabe statt Zielgruppe: Menschen wollen mitgestalten, nicht nur konsumieren.
  • Die Kernfrage: Was macht euch wirklich erinnerbar? (Hinweis: Es ist nicht das dröge Whitepaper.)

Martin Drust von St. Pauli hat's vorgemacht: Wenn eine Marke Kultur schafft, kann selbst ein Fußballverein zum Role Model für Unternehmen werden.

Auf der ADC-Bühne: Martin Drust, eine SAP-Vertreterin und Karsten Krämer
Martin Drust, eine SAP-Vertreterin und Karsten Krämer (v. li. n. re.). Foto: Rheindigital

mobile.de: 29 Jahre und kein bisschen eingerostet

Kristina Klein, Inga Wiese und Ben Erben von Mutabor nahmen uns mit auf eine kleine Design-Zeitreise. Nach 29 Jahren hat sich die Gebrauchtwagenplattform mobile.de ein frisches Kleid gegönnt – und das mit ordentlich Abstimmungsmuskelkater.

🛠️ Lessons learned:

  • Der Kunde ist nicht König – der Konsument ist’s!
  • Wer wissen will, was funktioniert, sollte testen. Und zwar nicht nur intern, sondern da draußen, wo echte Menschen echte Autos kaufen.
  • Design ist kein Selbstzweck. Es ist ein Dialogangebot.
Drei Personen auf der Bühne mit dem Logo des Unternehmens Mobile.de
Inga Wiese, Kristina Klein, Ben Erben (v. li. n. re.) Foto: Rheindigital
Verschiedene Logos von Mobile.de
Mobile.de erfindet sein Corporate Design nach 29 Jahren neu. Foto: newsroom.mobile.de

Farben sind das neue Schwarz – Pantone x Porsche

Bei „The Power of Colour in Branding“ tauchten Carola Seybold (Pantone), Deniz Keskin (Porsche) und Amelie Pamp (Mutabor) tief in die Farbpsychologie ein und in die Frage, warum Farbe mehr ist als Geschmackssache.

🎨 Farben-Feuerwerk:

  • Farbe ist das Erste, was wir sehen – und das Letzte, was wir vergessen.
  • Akzentfarben sind keine Deko. Sie sind strategische Marker mit Bedeutung.
  • Jede Farbe erzählt eine Geschichte. Und die muss zum Unternehmen passen – langfristig, nicht nur bis zur nächsten Kampagne.
  • Empfehlung: Lasst Profis ran! Farbe im Branding braucht Expertise, Konstanz und technisches Know-how.

Wer also dachte, „Orange ist halt nett“, hat spätestens nach diesem Talk eine ganz neue Wertschätzung für CI-Paletten.

Carola Seybold, Deniz Keskin, Amelie Pamp auf der ADC-Bühne
Carola Seybold, Deniz Keskin, Amelie Pamp (v. li. n. re.) Foto: Rheindigital
Turbonit: Der neu entwickelte Farbton ist wie alle Porsche-Farben in einem aufwendigen, mehrjährigen Kreativ- und Entwicklungsprozess entstanden.
Turbonit: Der neu entwickelte Farbton ist wie alle Porsche-Farben in einem aufwendigen, mehrjährigen Kreativ- und Entwicklungsprozess entstanden. Foto: newsroom/porsche.com

Das Bechtle-Rebranding

Ulrich Aldinger (Peter Schmidt Group) und Alexander Tibelius (Bechtle) zeigten, wie Rebranding heute funktioniert: mit Haltung, Humor und einem Designprozess, der mehr ist als ein neues Logo.

🚀 Rebranding-Reminder:

  • Markenversprechen gehört ins Herz der neuen CI.
  • Die vier goldenen Paare: Erfahrung & Neugier, Expertenwissen & Empathie, Vielfalt & Reduktion, Zusammenarbeit & Spaß.
  • Und für alle neugierigen Mitleser: brandguide.bechtle.com – ein echtes Lehrstück für strategische Markenführung.
Ulrich Aldinger, Alexander Tibelius vom Unternehmen Bechtle auf der ADC-Bühne
Ulrich Aldinger, Alexander Tibelius (v. li. n. re.) Foto: Rheindigital
Einige Seiten aus dem Brand-Guide von Bechtle.
Aus dem Brand-Guide von Bechtle. Foto: Rheindigital

ROI (Relevance On the Internet) – Wie neue Agenturmodelle die Marken der Zukunft bauen

Odaline stellte mit einer illustren Runde (Isabelle Rogat, Axel Koppermann, Kim Dammann, Juliane Apel (Yello) und Carola Emmert (Vodafone)) das Thema Agenturmodelle auf links. Ihr Talk: eine sympathische Abrechnung mit dem Agentur-Dino von 1990 und ein leidenschaftliches Plädoyer für Kollaboration und Kreativ-Demokratie.

🚀 Zukunft der Agenturwelt laut Odaline:

  • Weniger Silos, mehr Synapsen. Keine Hierarchien, sondern Hybride.
  • Creative Generalists statt Spezialisten-Kleinklein.
  • Weg vom bloßen Storytelling, hin zu echtem Storydoing.
  • Kleine, diverse Teams mit großer Nähe zum Kunden – Co-Kreation ist kein Buzzword, sondern Realität.
  • Und das schönste Zitat zum Mitnehmen:

    „Nobody reads advertising. People read what interests them; and sometimes it's an ad.“ – Howard Luck Gossage
Isabelle Rogat auf der ADC-Bühne
Isabelle Rogat. Foto: Rheindigital

Fazit

Das ADC Festival 2025 war ein bunter Strauß aus Inspirationen, Denkanstößen und echten Begegnungen. Es ging nicht nur darum, was Marken sagen – sondern wie sie handeln. Um Haltung mit Tiefgang, Farben mit Aussage, Fans mit Herzblut und Agenturmodelle mit Zukunft.

Was ich mitgenommen habe?

  • Gute Markenführung ist heute eine Frage der Glaubwürdigkeit.
  • Design ist keine Kosmetik, sondern Kulturarbeit.
  • Und: Die besten Ideen entstehen, wenn alle mitmachen dürfen – nicht nur die mit Jobtitel in Großbuchstaben.

Also: Haltung zeigen, Farben bekennen, Geschichten leben.


Das Rheindigtal-Team beim ADC-Festival 2025: Martin Brückner (Senior Graphic Designer), Elisa Schiffgen (Art Director) und Emily Wolff (Senior Art Director).
Das Rheindigtal-Team beim ADC-Festival 2025: Martin Brückner (Senior Graphic Designer), Elisa Schiffgen (Art Director und Autorin dieses Blog-Artikels) und Emily Wolff (Senior Art Director). Foto: Rheindigital

💡Was ist das ADC-Festival?

ADC, ADC, ist das nicht ein deutscher Autoclub? Nein! Viel kreativer!
Der Art Directors Club für Deutschland (ADC) wurde 1964 gegründet und gilt als eine der renommiertesten Kreativplattformen im deutschsprachigen Raum. Jährlich veranstaltet der ADC das gleichnamige ADC-Festival, das sich zur bedeutendsten Zusammenkunft der Kreativbranche in Europa entwickelt hat.

👨‍🎨 Zielgruppe: Kreative Köpfe aus Werbung, Design, Digital, Film, Fotografie, Kommunikation und Marketing – von Studierenden bis C-Level-Professionals.
👨‍🎨 Besucher*innen: Mehrere Tausend Gäste strömen jedes Jahr nach Hamburg, darunter Menschen aus Agenturen, Unternehmen, Medienhäusern und Kreativschaffende aus ganz Europa.
👨‍🎨 Highlights 2025:

  • Motto: Leave Egos behind, Change the World with Creativity
  • ADC-Wettbewerb, bei dem die besten kreativen Arbeiten des Jahres mit den legendären Nägeln in Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet werden. Bei der diesjährigen 61. Ausgabe des ADC-Wettbewerbs verliehen 27 Jurys 362 Awards und 153 Talent-Awards. => Zu den Gewinner*innen und Einreichungen
  • Workshops zu Creative Kick-Start, Texten mit KI, Storytelling, Female Leadership Tools, Legacy Brands, AI Voices in der Markenkommunikation
  • Facts: 2 Tage Dauer, 4 Bühnen (Business-, Agency- und Masterclass-Stages), 120 Speaker*innen, Expo, Ausstellung, Speed-Recruiting, Mappencheck, Award-Shows, After-Show-Party

Kurz gesagt: Der ADC bringt zusammen, was Ideen groß macht.

Ausstellung der Arbeiten des ADC-Wettbewerbs und des Talent-Wettbewerbs
Ausstellung der Arbeiten des ADC-Wettbewerbs und des Talent-Wettbewerbs.
Die Creative Stage auf dem ADC-Festival
Die Creative Stage auf dem ADC-Festival
Blick von der Business Stage in die Halle
Blick von der Business Stage in die Halle: Fotos: Rheindigital

Headerbild: ADC-Festival, Paul Feuerboether



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