Homeoffice ist bei uns Teil der Worklife-Balance


Elke Bieber | 24. Juni 2022


Homeoffice-Pflicht adé, es lebe das Homeoffice!

Rheindigital dreht das Rad nicht zurück.

Es wird nicht mehr wie vor Corona

Neulich, im großen Teamcall mit unseren drei Dutzend Leuten in der großen Galerie-Ansicht, kams raus: Die Präsenzpflicht bei Rheindigital ist abgeschafft. Remote Work und Homeoffice bleiben Top-Optionen. Und: Im Großen und Ganzen hält es jetzt jede*r, wie sie oder er es will.

Unser Team war erstmal so überrascht, dass niemand etwas sagte. Dann, so nach und nach, kamen die frohen und erleichterten Kommentare wie „Was für ein Vertrauensbeweis!“, „Wie zeitsparend!“ und „Das ermuntert mich, mir jetzt meinen eigenen Homeoffice-Präsenztag-Plan zu machen!“.

Remote Work und Homeoffice: für die meisten toll

Nicht jedem liegt das Homeoffice. Der Arbeitsplatz zählt als Ort des sozialen Lebens und der Kreativität - für manche Berufstätige sogar sehr viel. Zahlen besagen allerdings, dass die die Pro-Homeofficer überwiegen.

  • Eine McKinsey-Umfrage unter 1345 Beschäftigten in Europa, Amerika und Australien im November 2021 ergab, dass gut drei Viertel von ihnen hybrid arbeiten. Vor der Pandemie waren es 47 Prozent.
  • Von denen, die derzeit hybrid arbeiten, möchten 85 Prozent, dass es so bleibt.
  • Von denen, die hybrides Arbeiten bevorzugen, sagten demnach 71 Prozent sogar, sie würden sich nach anderen Jobs umsehen, wenn ihr jetziger Arbeitgeber keine flexible Arbeitsform bietet.
  • Besonders Jüngere sehen Homeoffice- oder Remote-Work-Optionen als K.O.-Kriterium: 18- bis 34-Jährige zeigen McKinsey zufolge eine 59 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit als Ältere (55- bis 64-Jährige), zu gehen, wenn das Unternehmen hier nichts bietet.

Starre Arbeitsformen schrecken ab

Dies deckt sich mit den Beobachtungen der Psychologin und Awaris-Forschungsleiterin Silke Rupprecht: „Alle Daten, die wir bisher sehen, weisen darauf hin, dass der Trend zu remote und hybrid nicht aufzuhalten sein wird und dass Unternehmen, die das kategorisch ausschließen, vielleicht auch Talente abschrecken.“ Eine Recruiterin schilderte ihr neulich etwas empört, ein junger Bewerber habe im Bewerbungsgespräch gesagt: ,Ich muss für die Stelle aber nicht umziehen, oder?´

Eine solche Frage sollte Personaler*innen nicht aus heiterem Himmel treffen. Denn durch die Pandemie hat die Worklife-Balance hat für Berufstätige sehr an Bedeutung gewonnen. Sie zu ermöglichen, gilt als Ausdruck der Wertschätzung und Fürsorge.

Remote Work hoch zwei: Bei Rheindigital geht´s

Für den Job umziehen, nein, das ist bei Rheindigital nicht unbedingt nötig, und innerhalb des Jobs wegziehen, ja, das geht. Remote kann dann eben nicht nur heißen, zu Hause, aber am gewohnten Standort, zu bleiben. Sondern auch, den Standort komplett und auf Dauer zu wechseln.

Weitere, bei uns bereits praktizierte Flexi-Optionen sind zum Beispiel:

  1. ein verlängertes Remote-Work-Wochenende bei Verwandten
  2. eine Remote-Work-Urlaubs-Kombi in der Lieblingsstadt
  3. ein Heimatbesuch auf einer Pazifikinsel mit definierten Job-Zeitfenstern oder
  4. ein machbarer Mix aus privater und beruflicher Fernbeziehung.
Remote Work in Portugal: Unsere Kollegin Farina wählte ihren Standort sorgfältig aus und genoss das Arbeiten im Ausland.
Remote Work in Portugal: Unsere Kollegin Farina wählte ihren Standort sorgfältig aus und genoss das Arbeiten im Ausland.

Remote arbeiten im Ausland

Unsere Kollegin Farina verbrachte mit ihrem Dienstrechner vier Wochen in Portugal. Dabei arbeitete sie durchgängig, bis auf wenige Urlaubstage und natürlich bis auf die Wochenenden. Sie berichtet: „Die Zusammenarbeit mit Kund*innen und Kolleg*innen war nicht anders als zu Hause, ich befand mich in einer (Ferien)-wohnung und habe zu meinen üblichen Arbeitszeiten am Laptop gesessen und gearbeitet. Zu berücksichtigen war bloß eine Stunde Zeitverschiebung, eine gute und schnelle Internetverbindung sowie ein geeigneter Arbeitsplatz in der Unterkunft.“

„Meine Bereicherung war die Freizeit außerhalb meiner Arbeitszeit, in einer komplett anderen Umgebung, mit Strandspaziergängen nach einem Laptop-Tag, Wochenenden mit Erkundungen der Algarve-Küste, die sich wie Urlaub anfühlten, und milde Temperaturen im Februar - mit Mittagspause draußen in der Sonne.“

Farina Fontaine, Senior Social Media Managerin, Rheindigital, über ihre Remote-Work-Erfahrung in Portugal

Remote Work Tipps

In der Ferne arbeitenFarinas Tipps für die Praxis
Platzbedarf
vorab prüfen
Hotelzimmer mit winzigen Schreibtischen, Reinigungsdienst und ohne Kaffeeküche sind nicht ideal. Für wochenlanges Arbeiten stellen Apartments oder Ferienwohnungen die bessere Alternative dar.
Internet
vorab checken
Einige Unterkunftsgeber*innen werben von sich aus mit stabiler Verbindung, sonst: vorher fragen, WLAN-Möglichkeit klären. Falls das Internet mal nicht so gut ist, hilft ein mobiler Handy-Hotspot. Das Plus großer Städte: Co-Working-Spaces mit schnellem Internet – auch dann eine Option, wenn das Arbeiten in der Ferienwohnung zu eintönig wird.
Ein bis zwei Tage akklimatisierenAnreise verdauen, sich orientieren, vor Ort einkaufen, ehe die Arbeit losgeht.
Effektiv bleibenAuch wenn Strandbilder cool aussehen: Für die Bildschirmarbeit am Meer oder auf der Terrasse strahlt das Sonnenlicht viel zu hell. Drinnen funktioniert konzentriertes Arbeiten besser.

Flexibel arbeiten: So sehen es die Teammitglieder

„To choose where you work from empowers people to work where they feel most productive and how best fits with their circumstances.” (Kirsten)
„Remote Work macht Arbeitgeber und Mitarbeitende flexibler. Teammitglieder können beim Arbeitgeber bleiben, auch wenn sich ihre Lebensumstände sehr ändern.“ (Olli)
„Ich empfinde die Flexibilität als zeitgemäß und rücksichtsvoll ob der verschiedenen Lebensentwürfe unserer Kolleg*innen und freue mich auf die Projekte, die wir trotz physischer Trennung rocken!“ (Annika)
„Homeoffice und remote work schön und gut, wenn sich Wege finden, das Wirgefühl im Team und gute Zusammenarbeit zu organisieren.“ (Utku)
„Tolle Pausen-Möglichkeiten, zum Beispiel Sport in der Natur - ein super Ausgleich zum Homeoffice.“ (Nadine) 
„Es fördert die Kreativität, von verschiedenen Orten arbeiten zu können.“ (Christian)

Remote Work und Homeoffice: nicht nur Vorteile

Dass nicht alle Arbeitgeber, die es könnten, Homeoffice-Modelle umarmen, hat handfeste Gründe. Den Vorteilen, die Mitarbeitende so schätzen, stehen ein paar Nachteile gegenüber.

Homeoffice und Remote Work aus Unternehmenssicht

VorteilNachteile
Höhere Arbeitszufriedenheit der BelegschaftVereinzelung, Entfremdung, schlechteres Bewältigen von negativem Stress; daher höhere Anforderungen an Führungskräfte
Effizientere Leistungen bei Einzel- und FokusarbeitSchlechtere Teamperformance
Größere Attraktivität für (auch weiter entfernte) Bewerber*innenWenn nur online: nicht ausreichendes Onboarding, schwache Bindung

Teamexpertin Silke Rupprecht stellt in puncto Homeoffice fest: „Oft ist der Fokus auf eigene Aufgaben leichter. Allerdings zeigen sich in der Zusammenarbeit Produktivitätsverluste. Die hängen stark mit der Verbundenheit der Teammitglieder zusammen. Schaffen es Teams, die Beziehungen aufrecht zu erhalten, sind die Verluste geringer.“

Einer Studie von Detecon International und dem Centrum für Management der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zufolge hängt die Produktivität virtueller Teams vom Aufgabentyp und von der Dauer der Zusammenarbeit ab. Hochkomplexe Aufgaben, so folgern die Autoren, würden nach wie vor am besten von Angesicht zu Angesicht gelöst. Je klarer und weniger komplex ein Projekt sei und je länger ein Team bereits zusammenarbeite, um so produktiver sei es.

Tolle Teams trotz Homeoffice: Silkes Tipps für die Praxis

  1. Regeln und Gewohnheiten vereinbaren: Teams sollen sich Zeit dafür nehmen, einen Rahmen für die hybride oder Nur-online-Zusammenarbeit festzulegen. Wie oft wollen wir ins Büro kommen? Wofür nutzen wir diese Zeit?
  2. Kernarbeitszeiten festlegen: Im Homeoffice arbeiten viele in Randzeiten. Da kann es helfen, Kernarbeitszeiten zu vereinbaren, zum Beispiel vier Stunden am Tag, zu denen alle erreichbar sind.
  3. Meeting-Etikette: mit dem Team besprechen, wie virtuelle Meetings stattfinden können. Meeting-Etikette regeln Punkte wie Kamera an, Multitasking, Jump-in–Jump-out. Virtuelle Meetings gewinnen an Qualität, wenn die Teilnehmenden einander sehen; Aufmerksamkeit und Wahrnehmung werden dann besser.
  4. Netzwerke aufbauen, Beziehungen gestalten: Team Leads können signalisieren, wie wichtig ihnen das Wohlbefinden ihres Teams ist. Das stärkt die Mitarbeiterbindung und Innovationskraft im Unternehmen. Nehmt euch Zeit, um euch zu treffen, virtuell oder besser gleich real!

Remote Work ist kein Selbstläufer – so funktioniert´s bei Rheindigital

Der Rahmen für virtuelles Arbeiten

Von Beginn der Pandemie an gab es bei uns

  • die Homeoffice-first-Regelung – um das Virus fern- und den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten,
  • Maßnahmen für ein gutes Stimmungslevel – bis hin zum Online-Resilienzseminar,
  • regelmäßige virtuelle Teammeetings – oft äußerst lustige,
  • Feste, wie sie fielen – das ging auch online.

Die Unternehmenskultur für virtuelles Arbeiten

Die Pandemie zeigte: Vertrauen und Selbstmotivation jede*r Einzelnen sind noch wichtiger und erfolgskritischer geworden. Nur wenn diese soft Skills vorliegen, kann es überhaupt gelingen, Aufgaben ohne Stress zu delegieren. Jörg, Unit Lead bei Rheindigital, findet ohnehin: „Micromanagement war schon immer eine schlechte Alternative. Mit Corona ist das noch deutlicher geworden.“

Jörgs Tipps für Spaß bei der virtuellen Arbeit

Jörg Hanser, Director Business Development
  1. Jours fixes: Sie ritualisieren den Austausch mit allen Team-Mitgliedern - dafür ausreichend Zeit einplanen und diese bewusst den Anliegen der Mitarbeiter*innen widmen.
  2. Spielräume nutzen: Unsere After-Work-Treffen wie „Thank God It’s Thursday“ sind ein Versuch, aus der reinen Homeoffice-Situation auszubrechen.
  3. Sinn für Unsinn aufrechterhalten: ein schräges Geburtstagsständchen, ein Blödel-Outfit, ein bisschen Social-Media- und Meme-Spaß!

Die Pausen im Homeoffice: neue Möglichkeiten

Der reale Arbeitsplatz fürs virtuelle Arbeiten

Das Know-how, den persönlichen Nur-noch-Bildschirm-Arbeitsplatz zu organisieren, entstand so nach und nach, zum Beispiel durch

  1. einen besseren Schreibtisch – höhenverstellbar wie im Office,
  2. eine schöne Aussicht, um ab und zu mal den Blick ins Grüne schweifen zu lassen,
  3. genug räumliche Trennung zu weiteren Homeoffice-Familienmitgliedern,
  4. neue Hobbys und/oder Pausenaktivitäten (wie gärtnern oder mit dem Hund toben), die einen echten Ausgleich bedeuten,
  5. perfekte Kaffee-Logistik.

Was passiert, wenn wir die Wahl haben

Die meisten von uns wählen jetzt, bei völliger Entscheidungsfreiheit, eine Lösung zwischen täglicher Präsenz auf der einen und dem totalen Homeoffice auf der anderen Seite. Und darum sind unsere Büros in Köln und Bonn nie leer.

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