Resilienz und Achtsamkeit: Das haben wir gelernt


Elke Bieber | 15. Januar 2022

Das zweite Corona-Jahr ist vorbei und wir blicken als Agentur entspannter zurück als noch vor einem Jahr. Denn wir haben gelernt, Resilienz und Achtsamkeit zu üben – in einem Onlinekurs für alle Agenturkolleg*innen.

Resilienz, eine Frage von Wohlbefinden und Leistungskraft

Resilienz beeinflusst, wie gut wir auf Dauer funktionieren. Wohlbefinden und Leistung hängen miteinander zusammen. Stress drückt aufs Wohlbefinden, chronischer Stress macht krank. Das haben wir nach rund einem Jahr Pandemie gespürt.

Wie Menschen in vielen Unternehmen weltweit stemmten auch bei uns die meisten ihre Jobs vom Homeoffice aus – ohne den gewohnten Kontakt zu den Kolleg*innen. Sich beizeiten vom Bildschirm loszueisen, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit rasiermesserscharf zu ziehen, das gelang oft nicht. Und wer den Dreiklang aus Kinderbetreuung, Homeschooling und Job wuppen musste, sah sich schneller als erwartet am Ende der Reserven.

Darum gab es Mitte 2021 ein Resilienztraining für uns alle.

Wir haben nach Wegen gesucht, uns in der Agentur stärker für Achtsamkeit zu sensibilisieren und Strategien für einen selbstbestimmten Umgang mit der eigenen Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Unser Kunde Awaris bietet Seminare dazu an. So ergab eins und eins zwei.

Sebastian Meltz, Social Media Content Creative, Rheindigital

Mehr Resilienz für harte Zeiten

Unsere Trainerin Heike Baur-Wagner von Awaris hatte in der Pandemie bereits beobachtet, dass Berufstätige unter der pausenlosen Bildschirmarbeit leiden. Auch sei die Versuchung groß, während der Onlinemeetings die massenhaften E-Mails zu bearbeiten, sagt sie.

Was im Kleinen gilt, zeigt sich auch im Großen: Der lange Ausnahmezustand hat den gesellschaftlichen Zusammenhalt beschädigt. So ergab eine große Studie des Meinungsforschungsunternehmens Ipsos:

  • Rund jede*r dritte Befragte findet, dass psychische Probleme das zweitwichtigste Gesundheitsproblem in Deutschland ist – nach Corona und vor Krebs.
  • Nur noch 54 Prozent denken, dass sie in ihrem Job einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen (vor der Pandemie: 62 Prozent).
  • Lediglich 67 Prozent meinen, dass sie in Frieden mit ihren Mitmenschen leben (vor der Pandemie: 72 Prozent).
  • Nicht nur, aber vor allem Jüngere fühlen sich sozial isolierter und weniger glücklich.

Was bringt da ein Resilienztraining?

Dass Negatives besser kleben bleibt als Positives, habe ich schon vermutet. Im Resilienztraining haben wir die wissenschaftliche Begründung dafür erfahren. Unsere Trainerin hat diverse alltagstaugliche Techniken vorgestellt, eine davon ist für mich inzwischen sehr wertvoll: das Gratefulness-Tagebuch. Es hilft dabei, auch für kleine Dinge dankbar zu sein, und kann die Sicht auf die Dinge zum Positiven verändern.

Annika Theil, Kampagnenmanagerin, Rheindigital

Resilienz stärken: nicht zäher werden, sondern glücklicher

„Resilienz bedeutet nicht, Dinge einfach durchzustehen“, erklärte uns Resilienztrainerin Heike. „Es geht um Entspannung und Erholung – und darum, wie wir Reizüberflutung managen. Was zu viel ist, ist zu viel. Das gilt für Stress ebenso wie für Kalorien.“

Dafür machte sie uns mit vier Resilienz-Kernkompetenzen vertraut:

  1. Entspannung lernen: ruhig atmen und galoppierende Gedanken fokussieren.
  2. Batterien aufladen (Recharging): ausschlafen, lecker essen, joggen im Wald, offline sein.
  3. Sich freuen und belohnen: Erfolge feiern, kleine Freuden sehen lernen.
  4. Sozial sein: trotz social distancing eine gute Kolleg*in, Freund*in, Verwandte*r sein.
Porträt von Trainerin und Coach Heike Baur-Wagner

Der erste Schritt ist zu reflektieren, was genau die Unzufriedenheit hervorruft. Am besten jeden Abend. Das Ziel ist, die kräftezehrenden Faktoren zu identifizieren. Und dann mit nährenden Faktoren einen Ausgleich zu schaffen.

Heike Baur-Wagner, Trainerin und Coach, Awaris

Mehr Resilienz durch Recharging

Klingt so einfach. Und dennoch ist es nicht selbstverständlich, Belastungen bewusst zur Kenntnis zu nehmen. Und dann ebenso bewusst zu entscheiden, wie man agieren will – statt reflexhaft zu reagieren. Mehr noch: Pausen zu machen – und Pausen echte Pausen sein zu lassen – ist vom Resilienzstandpunkt her ein Muss, kein Zeitfresser. Das gilt auch für Recharging-Aktivitäten wie Nichtstun, Mandalas malen, Sport oder Blödeln.

Achtsamkeit und Resilienz: der Zusammenhang

Achtsamkeit bedeutet in den Worten des Mediziners und Gründers des Centers for Mindfulness Jon Kabat-Zinn, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: absichtsvoll, im gegenwärtigen Moment und nicht bewertend.

Dies im Joballtag umzusetzen, bedarf einiger Übung. Heikes Tipps:

  1. Auf eine Sache fokussieren – keine parallelen Arbeiten in der E-Mail-Inbox.
  2. Umgang mit elektronischen Geräten verbessern. Zum Beispiel während Meetings und Konzentrationsarbeiten den Flugmodus einschalten.
  3. Pausen aktiv gestalten, beispielsweise mit Atemübungen.
  4. Mit kleinen Schritten anfangen und diese würdigen.

Wenn man denkt, schlimmer wird´s nicht

Nicht nur Homeoffice-Einsamkeit und Arbeitslast machten uns 2021 zu schaffen. Auch die Katastrophennachrichten alarmierten und bedrückten uns. Der Jahresausklang brachte uns Corona-Rekordzahlen und den Betroffenen der Flut vom 14. Juli 2021 viele Fragen, wie es für sie nach den Aufräumarbeiten weitergeht – ohne ihr altes Zuhause. Für Herausforderungen wie diese gibt es keine schnellen Lösungen. Und doch war es möglich, kleine Lichtpunkte zu setzen:

  • Spenden, Hilfseinsätze, Patenschaften, Solidarität – das lief, auch bei Rheindigital.
  • Aus der Onlinekommunikation das Beste rausholen – wichteln, witzeln, Weihnachtsfeiern.
  • Neues lernen: die erste Demo, das erste 3-gute-Dinge-Tagebuch, die erste Salsa-Stunde, der erste Katastrophenhilfe-Kurs.

Resilienz stärken heißt auch, Positives gelten lassen

Negatives erzeugt eine immense Hirnaktivität – aus guten, evolutionsbiologischen Gründen. Es stößt problemlösendes Handeln an. Je nach Problem, so eine Lektion aus dem Training, lähmt das Negative jedoch mehr, als es nützt.

Positives hingegen

  • verbessert die Wahrnehmung,
  • eröffnet Alternativen und
  • weitet den Blick für andere.

„Wir brauchen positive Gewohnheiten, um unsere Aufgaben besser zu bewältigen“, sagt Heike Baur-Wagner.

Porträt von Awaris-Coach Heike Baur-Wagner

Teams sollten in ihren Meetings den Fokus stärker auf das Erreichte statt auf die zahlreichen zu lösenden Probleme legen. Das ist erlernbar. Der Dreh zum Positiven setzt viel Energie und Motivation frei.

Heike Baur-Wagner, Trainerin und Coach, Awaris

Gewohnheiten wie diese passen in jeden noch so hektischen Tag:

  • In Teambesprechungen Positives auf die Tagesordnung setzen.
  • Mitgefühl zeigen und einander schätzen.
  • Das Umfeld mit seinen Vorzügen wahrnehmen.
  • Dankbar sein für gute Erfahrungen.

So entsteht ein notwendiges Gegengewicht zu Negativlasten.

Poträt von Jörg Hanser, Director Business Development bei Rheindigital

In unseren Team-Jours-Fixes frage ich immer nach den zwei besten Erlebnissen der Woche. Es ist erstaunlich und häufig sehr amüsant, was dabei herauskommt. Ich finde es gut, wenn man nach einem Call bessere Laune hat als vorher.

Jörg Hanser, Director Business Development, Rheindigital

Sind solche Positiv-Gewohnheiten erst mal Routine, merkt man noch nicht mal, dass man Achtsamkeit praktiziert. Und profitiert trotzdem.

Mehr zum Thema Resilienz und Achtsamkeit im Job:

  • ConnectedMinds heißt das tägliche Gratisangebot von Awaris für einen entspannten Start in den Tag.
  • Auch bei unserem Kunden LANXESS setzt man auf Achtsamkeitsangebote im Job. Mehr dazu im Blog Inside LANXESS.

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