5 Tipps für mehr Instagram-Reichweite


Eva Kuhnert | 28. Oktober 2021

Instagram ist als eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen für Unternehmen hochinteressant. 2021 belegte Insta bei der Zahl der User*innen Rang 4 nach Facebook, YouTube und WhatsApp. Besonders beliebt ist die Plattform bei den 16- bis 29-Jährigen mit einem Nutzeranteil von aktuell rund 81 Prozent. Ein eigener Instagram-Kanal ist für die meisten Unternehmen deshalb sicher eine gute Idee. Bleibt die Frage: Womit erreicht man als Unternehmen möglichst viele Follower*innen – und wie steigert man seine Reichweite?

Der Algorithmus, bei dem man mit muss

Um diese Frage zu beantworten, hilft es zu verstehen, wie Instagram auswählt, was die User*innen sehen. Der Instagram-Algorithmus zeigt User*innen in ihrem Feed Fotos und Videos, die für sie wahrscheinlich interessant sind, zum Beispiel durch Ähnlichkeit zu anderen gelikten Inhalten. Content wird auch danach ausgewählt, in welcher Beziehung die Betrachtenden zum postenden Account stehen. Je mehr Interaktion zwischen beiden Accounts besteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Content angezeigt wird.

Erste Regel: Connections sind wichtig. Bauen Sie deshalb etwa durch Interaktionen eine Beziehung zu Ihren Follower*innen auf. Diese erkennt der Instagram-Algorithmus, stuft Ihre Postings in der Folge als relevant ein und spielt sie dann bevorzugt aus.

Auch das Timing des Posts spielt eine Rolle. Jedes Mal, wenn Nutzer*innen die App öffnen, zeigt Instagram das, was seit der letzten Anmeldung passiert ist. Zwar präsentiert Insta den Feed seit 2016 nicht mehr chronologisch. Trotzdem werden aktuellere Posts bevorzugt ausgespielt. Je neuer ein Post ist, desto höher sein Ranking.

Ein Beliebtheitswettbewerb ist das Ranking eines Postings allerdings nicht. Relevanz geht vor Interaktionen. Denn Postings mit weniger Engagement (also Interaktionen wie Likes oder Kommentaren), die dem Algorithmus als relevanter für den oder die Nutzer*in erscheinen, werden vor weniger relevanten Postings mit mehr Engagement angezeigt.

Nun haben Sie einen ersten Überblick, worauf es bei Instagram ankommt. Aber wie werden diese Erkenntnisse am besten umgesetzt?

Tipp 1: Timing ist alles!

Der Instagram-Algorithmus stuft neuere Posts als relevanter ein und gibt ihnen damit mehr Reichweite. Wie finden Sie aber heraus, welche Posts für Ihre Nutzer*innen die neuesten sind? Ganz einfach: In Ihrem Instagram Business Profil können Sie über Instagram Insights herausfinden, wann Ihre Follower*innen am aktivsten sind – also an welchem Wochentag und um welche Tageszeit. Damit haben Sie Ihre ideale Postingzeit herausgefunden und können so Instagram-Postings timen, dass sie dann live gehen, wenn Ihre Zielgruppe „on“ ist.

Ein zweiter Faktor ist, wie relevant Ihr Content zu welcher Zeit für die Nutzer*innen ist.

Tipp 2: Content optimieren

Nehmen wir an, Sie kennen Ihre Zielgruppe und die beste Zeit für ein Posting. Jetzt gilt es, den idealen Content zu erstellen. Instagram bietet dazu diverse Möglichkeiten:

Fotos

Das klassische Instagram-Foto. Man denkt hier an die Selfies der Influencer*innen, die Produktbilder der Unternehmen, die Urlaubsbilder der Freunde. Was diese Bilder gemeinsam haben ist, dass User*innen sie ansehen wollen. Zum einen liegt das an Ihrer Beziehung zum jeweiligen Account, zum anderen an der Wahl des Contents. Bei einem Instagram-Foto ist es relevant, das Bild für die Zielgruppe interessant zu machen. Dabei spielt sowohl das Motiv als auch die Qualität eine Rolle.

Verwenden Sie ansprechendes Bildmaterial! Dazu brauchen Sie keine High-End-Spiegelreflexkamera. Auch mit einem Handy lassen sich großartige Fotos schießen und Videos aufnehmen. Hierbei gilt es, auf ein paar Faktoren zu achten. Das Bild sollte ausreichend hell und scharf sein und zum Thema Ihrer Seite passen. Legen Sie den Fokus auf das, was Sie wirklich zeigen wollen. Oder Sie greifen auf Stock-Archive zurück. Je ansprechender das Material, desto

  • mehr Menschen folgen Ihrem Kanal,
  • stärker wird Ihre Beziehung zu den User*innen,
  • relevanter wird Ihr Content für den Instagram Algorithmus.

Videos

Fotos und Videos generieren unterschiedliche Arten von Engagement. Während Fotos im Durchschnitt mehr Likes (und insgesamt mehr Engagement) erhalten als Videos, erzeugen Videos mehr Kommentare als Fotos. Tatsächlich bekommen Videos im Durchschnitt mehr als doppelt so viele Kommentare wie Fotos. Das liegt möglicherweise auch an der Zeit, die Nutzer*innen mit dem Content interagieren. Während an einem Foto schnell vorbeigescrollt ist, verbringen User*innen tendenziell mehr Zeit mit einem Video.

Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass der Instagram-Algorithmus Videos gegenüber Fotos bevorzugt. In Wirklichkeit bevorzugt der Algorithmus das, womit die einzelnen Nutzer*innen am meisten interagieren. Um herauszufinden, was am besten ankommt, bietet es sich an, sehr unterschiedlichen Content zu posten. So sehen Sie, was gut läuft und was eher nicht. Wechseln Sie Fotos und Videos ab, lockern Sie Ihre Timeline auf und sprechen Sie so unterschiedliche Präferenzen Ihrer Follower*innen oder unterschiedliche Zielgruppen an.

UGC

UGC steht für User-Generated Content. Solche Inhalt können User*innen ermutigen, sich mit ihnen zu beschäftigen und sie zu teilen. Der Vorteil von UGC liegt in seiner Natur: Der Content kommt hier aus den Reihen der Fans, Follower*innen oder Mitarbeiter*innen selbst. Das erhöht die Identifikation und bewegt zu mehr Interaktion. Natürlich können Sie Follower*innen auch anderweitig mit einbeziehen, sei es durch einen Wettbewerb („Postet eure schönsten Urlaubsbilder!“) oder ein Gewinnspiel.

Text

Auch wenn es sich bei Instagram um eine audio-visuelle Plattform handelt, verdienen all diese Content-Varianten eines: einen knackigen, Aufmerksamkeit erregenden Text. Hashtags nicht vergessen – #gefundenwerden.

Tipp 3: Live dabei mit Stories und Videos

Abseits des Standard-Feeds gibt es zwei weitere Möglichkeiten, Ihre Instagram-Reichweite durch Content zu erhöhen:

Insta-Stories

Sie möchten aus dem Feed herausstechen? Das ist möglich. Sie müssen schlichtweg ganz oben sein. Stellen Sie sich Ihren Screen vor. Instagram zeigt keineswegs einzelne Postings „ganz oben“ an. Dort befinden sich die Insta-Stories. Dabei handelt es sich um Fotos oder Videos, die 24 Stunden sichtbar sind und danach wieder verschwinden. Viele User schauen sich hauptsächlich, wenn nicht gar ausschließlich Stories an. Täglich sind es über 500 Millionen Aufrufe. Erstellen Sie Insta-Stories, sind Sie ganz vorn mit dabei. Es lohnt sich, eine gute Story zu posten, denn schauen Ihre Nutzer*innen regelmäßig Ihre Stories, kann dies auch dazu führen, dass Sie eher Ihre organischen Postings sehen. Wie erstellen Sie eine gute Story?

Bei Stories geht es nicht um perfekte Produktbilder, sondern um Einblicke hinter die Kulissen. Naturbelassener Content, nah an Ihrem Unternehmen. Erzählen Sie über Ihr Unternehmen, über Events und Kooperationen. Verlinken Sie in Ihren Stories andere Unternehmen, die diese dann reposten können und Ihnen mehr Reichweite ermöglichen.

Wichtig: Stories ersetzen nicht das organische Posting.

Live-Videos

Eine weitere Möglichkeit, aus dem normalen Scroll-Verhalten auszubrechen, sind Live Videos. Diese sind den Insta-Stories insofern ähnlich, als dass sie an gleicher Stelle mit diesen wie sie liegen, nämlich oberhalb Ihres persönlichen Feeds. Außerdem wird während eines Live-Videos Ihr Profilbild deutlicher hervorgehoben, Sie werden also sichtbarer für User*innen.

Social Media Examiner hat herausgefunden, dass Accounts, die live gehen, eine höhere Reichweite mit ihrem Nicht-Live-Content erzielen, auch wenn Nutzer*innen die Live-Videos gar nicht angeschaut haben. Es liegt also nahe, dass das Logo oben im Feed dafür sorgt, dass User*innen Ihren Kanal eher wahrnehmen und mit ihm interagieren. Ein weiterer Faktor hier ist, dass die User*innen die Spontanität eines Live-Videos schätzen. Für Sie bedeutet das, der Content muss keineswegs so gut vorbereitet und „poliert“ sein wie der einer Story oder eines organischen Postings.

Dies bringt uns zum nächsten Thema: Wie und wie viel sollte man posten?

Tipp 4: Quantität und Qualität

Hier gibt es zwei mögliche Herangehensweisen: „Viel hilft viel“ oder „Weniger ist mehr“.

Um es direkt vorwegzunehmen: Accounts werden nicht im Ranking heruntergestuft, wenn sie häufig Fotos oder Videos posten. Viel zu posten hat mehrere Vorteile: Zum Beispiel bietet es die Möglichkeit zu experimentieren und so herauszufinden, welche Art von Content die meiste Reichweite und die meisten Interaktionen generiert.

Natürlich braucht man für häufiges Posten auch mehr Ressourcen und Zeit, sowohl für die Erstellung des Contents als auch für das Monitoring der Reaktionen.

Variante „Weniger ist mehr“ hingegen erlaubt Ihnen, mehr Zeit und Ressourcen in weniger Posts zu investieren und damit womöglich besseren, qualitativ hochwertigeren Content zu erstellen. Und damit die Chancen zu erhören, positive Reaktionen sowie mehr Engagement zu generieren. Dies wiederum kann dazu beitragen, dass Ihre Beiträge in den Feeds Ihrer Follower weiter oben erscheinen.

Tipp 5: Analytics nutzen

Um zu wissen, was für Ihren Kanal funktioniert, sollten Sie regelmäßig einen Blick in die Analysedaten von Instagram werfen. Nutzen Sie Instagram Insights, um herauszufinden, welche Posts die meisten Interaktionen generiert haben. Hier können Sie nach Zahl der Kommentare, der Likes und Speicherungen sortieren, die am besten performenden Posts miteinander vergleichen und ihren gemeinsamen Nenner analysieren. Das hilft Ihnen bei künftigen Postings, die Präferenzen Ihrer Nutzer*innen noch besser zu treffen.

Fazit: Auf die Diversität kommt es an. Die Verwendung verschiedener Post-Typen ist der Schlüssel zum Instagram-Erfolg.

Brauchen Sie Hilfe beim Aufbauen Ihres Instagram-Channels?

Wir bei Rheindigital sind Expert*innen im Social-Media-Management und haben langjährige Erfahrung in der Konzeption und Betreuung von Instagram- und anderen Kanälen für Unternehmen. Gerne beraten wir Sie dabei, welche Themen in welcher Tonalität sich für Ihre Zielgruppen eignet. Kontaktieren Sie uns!


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